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Calwer Alpenverein wanderte im Sellrain

 

Die Berge um das Sellraintal, zwischen dem Ötztal und Innsbruck gelegen, stellen die nördlichen Ausläufer der bekannten Stubaier Alpen dar. Touristisch stehen sie damit im Schatten der Berge des Hochstubai, wie Zuckerhütel, Wilder Freiger oder des Schrankkogels. Dies ist aber auch eine Chance, denn die Sellrainer Berge sind noch nicht  überlaufen und bieten kleine, gemütliche und heimelige Hütten. Grund genug für den Calwer Alpenverein diese Gegend als Ziel einer mehrtägigen Wanderung von Hütte zu Hütte auszuwählen.

 

Elf tatendurstige Wanderer erreichten nach zügiger Anfahrt mit Privat PKW den Ausgangspunkt, die Hotelsiedlung Kühtai über dem Ötztal in 2000 Meter Höhe. Nach der Auffahrt mit dem Sessellift zu den drei 2300 Meter hoch gelegenen Plenderlesseen mussten die Wanderer hinüberqueren zu dem großen Finsertaler Stausee. Am Südende des Sees ging es dann steil und schweißtreibend hinauf zu der  2 719 Meter hohen Finsertaler Scharte und einige Unentwegte bestiegen noch den Schartenkopf. Hier bot sich ein prächtiger Blick hinunter nach Kühtai mit seinen Seen und im Süden zu den Stubaier Gletscherbergen. Nach dem Abstieg über herrliche Wiesenmatten erreichten die Wanderer das erste Nachtquartier, die Schweinfurter Hütte, in 2 034 Meter Höhe im Zwieselbachtal gelegen.

 

Bei herrlichstem Wetter wurde am nächsten Morgen das 2 750 Meter hohe Gleirschjöchle erklommen und alle unternahmen noch den Abstecher zum dem 2 994 Meter hohen Gleierschen Roßkogel, den höchsten Gipfel der auf dieser Tour erreicht wurde. Für die nächste Nacht bot dann die Pforzheimer Hütte Quartier und hier konnten auch gleich freundschaftliche Bande zu Bergkameraden aus Pforzheim geknüpft werden. Sie waren zum Arbeitseinsatz auf der Hütte und markierten neue Wege.

 

Am nächsten Morgen regnete es in Strömen. Als dann am späten Vormittag der Regen nachließ und auch die Sicht besser wurde, konnte der Übergang zum Westfalenhaus in Angriff genommen werden. Er führte über Moränen auf die kümmerlichen Reste des Zischgenferners und zuletzt sehr mühsam über viel losen Schutt hinauf zu der 2 917 Meter hohen Zischgenscharte. Die Wanderung am nächsten Tag vom Westfalenhaus über das Winnebachjoch war kurz, so dass bereits am frühen Nachmittag die herrlich an einem See und einem mächtigen Wasserfall gelegene Winnebachseehütte erreicht wurde. Einige nutzten die Zeit um am Nachmittag noch die Kletterei auf den 2 915 Meter hohen Gänsekragen zu unternehmen. Vom Gipfel bot sich ein herrlicher Blick hinunter ins Ötztal und zur Ötztaler Wildspitze, den zweithöchsten Gipfel Österreichs.

 

Über das von Gletschern umrahmte Zwieselbachjoch und nach einem langen Abstieg über die  grünen Matten des oberen Zwieselbachtales erreichten die Wanderer am nächsten Tag wieder die  Schweinfurter Hütte. Einen Höhepunkt bot am vorletzten Tourentag noch die lange Wanderung über den Wilhelm Oltrogge Weg hinüber zur Bielefelder Hütte. Zunächst ging es in angenehmer Steigung 900 Höhenmeter hinauf zu der 2 912 Meter hohen Steinkarscharte. Der Weiterweg hatte streckenweise den Charakter eines Klettersteiges: Über Felsen mit Drahtseilsicherung, über Schutt und steile Bergflanken führt er, schön luftig und ausgesetzt, in elf Stunden hinüber zur Neuen Bielefelder Hütte. Unterwegs bietet er herrliche Ausblicke im Norden auf die Ausläufer der Lechtaler Alpen, hinunter in das 2 000 Meter tiefer gelegene Ötztal und im Westen auf den wilden Geigenkamm. Nach einem zünftigen Hüttenabend wanderte man am nächsten Tag durch Wald und über Almen auf dem Höhenweg hinüber nach Kühtai, wo die  Autos warteten und eine erlebnisreiche Woche ihren Abschluss fand.

 

Auf_dem_Gipfel_des_SchartenkopfesII_Foto_Dorn